FRAUEN*STREIKEN

Der Österreichweite FRAUEN*Streik findet am 3. Mai 2027 statt.
Das Wichtigste im Überblick
- Datum: 3. Mai 2027 (bundesweit in Österreich)
- Ziel: Arbeit niederlegen (bezahlt und unbezahlt), um die unsichtbare und ungleiche Leistung von Frauen und FLINTA* sichtbar zu machen.
- Hintergrund/Historie: Bezugnahme auf den historischen Frauenstreik in Wien 1893 sowie internationale Vorbilder (wie Island 1975).
- Motto / Forderungen: Geld, Macht, Geschlechtergerechtigkeit, faire Care-Arbeit, gleicher Lohn und gleiche Pensionen.
Wer ruft auf?
- Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis (darunter Initiativen wie FRAUENStreik Wien*, FAIRsorgen!, der Grazer Frauenrat und weitere Netzwerke).
- Es gibt laufend Vernetzungstreffen, Vorbereitungsgruppen und Aktionen in den Bundesländern. Infos und Mitmach-Möglichkeiten gibt es direkt über die FRAUEN*Streiken-Plattform
Theologinnen: Frauen von Kirchenvätern systematisch vergessen

Foto: Gabriele Kienesberger
Grazer Bibelwissenschaftlerin Irmtraud Fischer sieht feministische Exegese in Kirche weiterhin marginalisiert – 21-bändige Reihe rekonstruiert Rezeptionsgeschichte von Frauen – Bischöfin Cornelia Fischer: „Sehnsucht nach einer Offenheit von Gottesbildern“
Wien, 21.10.2026 (KAP) Frauen haben in allen Zeiten die Bibel gelesen und interpretiert, was in der traditionellen Lehre bis heute noch immer übersehen wird: Darauf haben die lutherische Bischöfin Cornelia Richter und die Grazer Bibelwissenschaftlerin Irmtraud Fischer am Mittwoch bei einer Präsentation der 21-bändigen Forschungsreihe „Die Bibel und die Frauen“ in der Lutherischen Stadtkirche hingewiesen. Das Kernproblem sei nicht die Abwesenheit von Frauen, „man hat nur vergessen, sie zu überliefern; das ist das Problem“, so Fischer. Die Forschungsergebnisse stellten zudem traditionelle katholisch-kirchliche Argumentationen infrage, etwa gegen die Frauenordination. „Die Tradition, die sie gerne hätten, die gibt es nicht“, so die emeritierte Professorin für Alttestamentliche Bibelwissenschaft.
Die 21 Bände des internationalen Publikationsprojekts rekonstruieren erstmals systematisch die Auslegung biblischer Texte durch Frauen vom frühen Judentum bis ins 21. Jahrhundert. Mehr als 300 Forschende aus 30 Ländern haben daran mitgearbeitet. Die viersprachig auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch erschienene Publikation sei zugleich „forschungseröffnend“, betonte Fischer: Die Bücher zeigten, „wo es noch so viel zu holen gäbe und dass längst nicht alles gehoben ist“.
Obwohl feministische Exegese seit den 1980er Jahren universitär verankert sei, sei das Wissen darüber bis heute nicht in die kirchliche Basis vorgedrungen, so Fischer. „Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass man uns ignoriert hat“, obwohl die Forschungsergebnisse grundlegende Korrekturen der Kirchengeschichte ermöglichen würden.
Bis heute seien viele Exegetinnen, Mystikerinnen und Denkerinnen unsichtbar, da sie von klassischen Frauenbildern – etwa Mutter, Witwe, Jungfrau – überdeckt seien. Was heute als Tradition behauptet werde, gehe vielfach auf die Kirchenväter zurück, erklärte Fischer, emeritierte Professorin für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Graz. Andere Möglichkeiten weiblicher Lebensgestaltung seien damit aus dem Blick geraten. Die 21 Bände belegten hingegen, dass Frauen die Bibel in unterschiedlichen Epochen eigenständig ausgelegt und dabei neue Interpretationen entwickelt hätten.
Als Beispiel nannte Fischer die Frauenordination: „Eine der Motivationen war auch, dass in meiner Kirche immer noch die Amtsfrage völlig negativ beantwortet wird, und zwar mit der Weiheunmöglichkeit bzw. Weiheunfähigkeit der Frauen.“ Während sich biblische Argumente gegen Frauen im kirchlichen Amt angesichts der exegetischen Forschung kaum noch aufrechterhalten ließen, werde nun mit der Tradition argumentiert. Doch gerade deren vermeintliche Eindeutigkeit widerlege die Forschungsreihe. „Und da kann man wirklich sagen, dass wir durch diese Reihe nachweisen konnten, dass es diese Tradition, die sie gerne hätten, nicht gibt“, so die katholische Theologin.
Vielfalt an Gottesbildern
Gott mit weißem Rauschebart als Mann dargestellt? Richter, seit 2025 Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, verwies auf vielfältige Gottesbilder. Neben der Vaterfigur kenne die Bibel Natur- und Tierbilder sowie weibliche Vorstellungen. Aus systematisch-theologischer Sicht mache es aber „eigentlich wenig Sinn, überhaupt irgendein Geschlecht in Gott hineinzulesen“, so die Bischöfin, die jedoch die „Sehnsucht nach einer Offenheit von Gottesbildern“ nachvollziehen könne.
Die biblischen Texte seien zudem aus unterschiedlichen historischen und kulturellen Zusammenhängen entstanden. Wer sie interpretiere, müsse sich mit den damaligen Sprachwelten, gesellschaftlichen Verhältnissen und Denkweisen auseinandersetzen. „Man muss die zugehörigen Denkwelten, Sprachwelten dieser Kulturkreise kennen. Man muss wissen, wie die sozialpolitische Stellung von den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren war.“
Richter warnte zudem davor, Texten eine einzige, vermeintlich eindeutige Wahrheit zu geben. So könnten – mit Blick auf neu-rechte christliche Strömungen – auch nicht einzelne Bibelstellen zur Begründung traditioneller Geschlechterrollen herangezogen werden. Solche Ansätze verzichteten häufig auf eine Hermeneutik – also eine differenzierte Auseinandersetzung mit den historischen Voraussetzungen der Texte – und gingen mit vorgefassten Annahmen an die biblischen Texte heran.
Gegen das Vergessen
Dass die Ergebnisse dauerhaft in Theologie und Kirche ankommen, sei allerdings keineswegs sicher, warnte Fischer. Bei einer wissenschaftlichen Veranstaltung mit Nachwuchsforschenden habe sie beobachtet, dass weiterhin zahlreiche Männer, aber nur wenige Frauen zitiert würden. „Wenn die Jugend so weiter tut, dann wird sie nichts ändern“, konstatierte die Theologin. Frauen müssten die Arbeiten anderer Frauen stärker wahrnehmen und zitieren. Sonst drohe sich die Geschichte zu wiederholen: „Ich rechne nicht damit, dass wir da jetzt nicht groß vergessen werden.“
Die gesamte, im Kohlhammer-Verlag erscheinende Reihe „Die Bibel und die Frauen: Eine exegetisch-kulturgeschichtliche Enzyklopädie“ wird herausgegeben von Irmtraud Fischer (Graz), Mercedes Navarro (Madrid), Adriana Valerio (Napoli) und Charlotte Methuen (Glasgow). Zuletzt ist der Band „Feministische Bibelwissenschaft im 21. Jahrhundert“ erschienen. (Infos auf deutsch, englisch, spanisch und italienisch: https://www.bibleandwomen.org)
Quelle: kathpress 21.10.2026
Siehe auch Beitrag „Wien: Enzyklopädie ‚Die Bibel und die Frauen‘ präsentiert“ auf www.evang.at vom 21.10.2026
Europäische Frauensynode reloaded
30 JAHRE EUROPÄISCHE FRAUENSYNODE: erinnern, weiterdenken, weitergehen
70 Frauen nahmen am Treffen 30 Jahre Frauensynode vom 23.-25. Juli 2026 in Traunkirchen unter dem Motto „erinnern – weiterdenken – weitergehen“ teil.

Unter dem Motto „erinnern, weiterdenken, weitergehen“ feierten 30 Jahre nach der Ersten Europäischen Frauensynode Teilnehmerinnen und interessierte Frauen deren Jubiläum: Von 23. bis 25. Juli trafen sie einander im Waldcampus in Traunkirchen und erinnerten dabei an die Erste Europäische Frauensynode, die im Juli 1996 mehr als 1.000 Frauen aus verschiedenen christlichen Konfessionen und mit spirituell-feministischen Zugängen aus ganz Europa und darüber hinaus in Gmunden zusammenbrachte, feministisch, ökumenisch, spirituell, politisch und selbstbestimmt.
Organisiert wurde das Jubiläumstreffen von Gabi Kienesberger, Michaela Moser und Maria Katharina Moser, allesamt Mitorganisatorinnen bereits der Ersten Europäischen Frauensynode. Bewusst ohne professionelle Tagungsorganisation und großes Budget angelegt, lebte das Treffen davon, dass vieles selbst organisiert wurde und gemeinsam entstand, der Open Space öffnete dafür den nötigen Raum.
Von Schweden bis Rumänien, von Spanien bis Polen: Frauen aus ganz Europa kamen nach Traunkirchen, um Erinnerungen auszutauschen und an den damaligen Themen weiterzudenken. Den Auftakt am Donnerstag bildete eine Frauenliturgie zur Eröffnung, gefolgt von Impulsen der Hauptreferentinnen der Ersten Europäischen Frauensynode, Ina Praetorius und Anna Karin Hammar: Sie ließen ihre damaligen Vorträge zu spirituellen Quellen und zu Weiberwirtschaft Revue passieren, sprachen über die Entwicklungen seither und gaben angesichts einer krisenhaften weltpolitischen Lage Anregungen für die Zukunft. Bei „Living Books“ teilten Teilnehmerinnen am Abend persönliche Erinnerungen und stellten feministische Initiativen vor.

Foto: Gabriele Kienesberger
Der Freitag stand ganz im Zeichen des Weiterdenkens: Open-Space-Workshops boten viel Raum für Aktuelles und Weiterführendes. Die Themen reichten von Care-Arbeit über die Vernetzung junger Frauen und neues Weltbild-Denken bis zu LGBTQ-Erfahrungen zwischen Erfolg und Backlash, der Verteidigung palästinensischer Rechte in Europa nach dem Holocaust, Rechtsextremismus und christlichem Nationalismus, Klimaschutz, der Weitergabe von Frauengeschichte, der Initiative Frauen*streiken, einer möglichen Dritten Europäischen Frauensynode sowie Frauen- und feministischen Liedern. Der Abend klang mit einer Frauenliturgie und einem Fest aus. Am Samstag folgte bei Schönwetter noch eine gemeinsame Bootsfahrt am Traunsee.
Gerahmt wurden die drei Tage von bewegenden und inspirierenden feministischen Liturgien.
„Die Frauensynoden sind für meine theologische und spirituelle Entwicklung enorm wichtig. Es war bewegend, Frauen, die daran mitgewirkt haben, und junge interessierte Frauen in Traunkirchen zu treffen: von ihnen zu erfahren, sich über Erinnerungen und Themen auszutauschen und zu hören, wie sie für die Rechte aller Menschen einstehen, sich über aktuelle Projekte zu verständigen. Und für mich besonders bewegend und bedeutend: einander in den Liturgien spirituell nähren und gestärkt weitergehen.“
(Gertraud Ladner, Mitorganisatorin der Ersten Europäischen Frauensynode 1996 in Gmunden und der Zweiten Europäischen Frauensynode 2003 in Barcelona)
Quelle: https://kfb.at/2026/07/rueckblick-30-jahre-europaeische-frauensynode
Wer sich weiter vernetzen und informieren möchte: Für den Austausch rund um das Jubiläum wurde ein Padlet eingerichtet, das auch über die Tagung hinaus weitergeführt wird:
Info-Padlet:
https://padlet.com/MMoser_fhstp/ews-30-info-padlet-r1is3cjaw6bouns0
Vorträge von Anna Karin Hammar und Ina Praetorius
Dokumentation der Open Space Arbeitsgruppen
Vernetzungs-Padlet:
https://padlet.com/MMoser_fhstp/ews-30-networking-and-exchange-vmqffpfy1rg0lflb
u.a. mit vielen Fotos!
Sonnenwende
Einladung Sommersonnenwende.pdf
Herzliche Einladung zu einem Sommersonnenwende-Ritual mit Dagmar Ruhm
Ritual zu Lichtmess

Noch ist Winter – doch das Tor zum Frühling steht schon offen …
Sonntag, 2. 2. 2025, 19.00 – ca. 20.30 Uhr
online
Die Teilnahme ist gratis
Der 2. Februar war lange Zeit ein bedeutendes Datum im Jahreslauf: An diesem Tag endete bis 1967 die liturgische Weihnachtszeit … das Licht kommt wieder, das Jahr nimmt Fahrt auf – die Nähe des Frühlings wird immer spürbarer; früher war es der Termin für Stellenwechsel und Neubeginn bei Bauern und Handwerkern
Was euch erwartet:
Wissenswertes – auch über die zum Teil verschwiegene – feministische -Religionsgeschichte des Festes, kreative Übungen, spirituelle Texte, Austausch, Segensritual
Nach der Anmeldung wird den TeilnehmerInnen der Zoomlink per Mail zugeschickt.
Mail: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt oder:
Veranstalterin: MMag. Dagmar Ruhm, Schule der Kostbarkeiten, Gerichtsfeldg. 3,
3100 St. Pölten, Tel.: 0650/2814707
Rituale
Dagmar Ruhm lädt sehr herzlich ein zu Ritualen rund um Allerheiligen und Halloween.
https://humorspiritualitaetcoach.my.canva.site/allerheiligen-hallow-een-samhain
„Feministische Ökonomie“
Am Dienstag, den 18. Juni findet um 19.00 Uhr in Linz, Cardijn Haus, Kapuzinerstr. 49 ein
Offenen Sozial-Stammtisch zu „Feministische Ökonomie“ statt.
Referentin: Katharina Mader, Ökonomin, Momentum Institut
Im Vorfeld gibt es um 15.00 Uhr zum Thema einen Workshop mit Katharina Mader (Möglichkeit, auch via Teams teilzunehmen!)
Anmeldung für den Workshop bis 14. Juni unter: kabooe@dioezese-linz.at
Mehr dazu siehe: https://www.dioezese-linz.at/institution/8086/kalender/calendar/23282380.html
Einladung zur Veranstaltung

THEOLOGIE –Schräg…
Am Anfang war die Schöpfung …

… oder?
Überraschend befreiende Einsichten zu Adams Rippe, dem Geschenk der Schlange, dem Schöpfungsauftrag und so einigem mehr, was noch immer in frommen Kreisen kursiert, obwohl längst widerlegt …
Dienstag, 18. 6. 2024, 19.30 – 21.00
ONLINE oder VOR ORT: Villa Sophia, Gerichtsfeldgasse 3, 3100 St. Pölten
Mit Freude, Begeisterung, fundiertem Wissen und einer gesunden Portion (nämlich Überdosis) Humor befassen wir uns mit den Bibeltexten, was die Kirche(n) daraus gemacht haben und was tatsächlich heilsam und wegweisend sein könnte …

Beitrag: EUR 36,-
Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Rechnung mit dem IBAN.
Der Zoomlink und benötigte Unterlagen
werden nach Zahlungseingang per Mail zugeschickt.
ANMELDUNG: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt
Einladung
Herzliche Einladung an alle theologisch und feministisch interessierten Frauen:
Ritual zur Walpurgisnacht

Mit der „Wildmohnfrau“ Mag. Renate Fuchs-Haberl
Dienstag, 30. 4. 2024, 19.30 – ca. 21.30 Uhr
Bildungshaus St. Benedikt, Seitenstetten
Persönliche Anmeldung per Mail bis 26.3. 2024, 12 Uhr an: office@feministischetheologie.at
Bitte angeben, ob Übernachtung und Frühstück im Bildungshaus gewünscht werden.
Bitte mitnehmen:
- Ein Holzscheit
- Geeignete Kleidung, um sich am Abend einige Zeit im Freien aufzuhalten
- Anerkennungsbeitrag fürs Spendenkörbchen (freiwillig)
Thema: Hexenjagden – einst in unserem Land, heute in fernen Ländern …
Allerdings: „Hexenjagden“ treiben nach wie vor ihr Unwesen: ob Hasspostings im Internet, Mobbing in der Arbeits- und Vereinswelt, Religionspolizei im Iran, in Afghanistan; „Sanktionen“ im familiären Umfeld – Frauen und Mädchen sind immer wieder von Hass und Gewalt bedroht, wenn sie Selbständigkeit, Entfaltung, Lebensglück einfordern. Oder einfach, weil sie auffallen, besonders tüchtig, erfolgreich, attraktiv, bekannt … sind und/oder eine eigene Meinung haben und zu ihr stehen.
Bitte nehmt ein Erinnerungszeichen an eine dieser Frauen mit; entweder aus der eigenen Familiengeschichte oder aus der Öffentlichkeit – ob Foto, Text, Zeitungsausschnitt oder nur in Gedanken …
Gemeinsam feiern wir eine Gedenknacht für die weisen Frauen, Hebammen und Heilerinnen, welche über Jahrhunderte als „Hexen“ ermordet wurden. Durch dieses Ritual des Gedenkens kann unsere freie und wilde Frauenkraft wieder ins Fließen kommen und unsere natürliche, erdverbundene, weibliche Spiritualität kehrt zu uns zurück.
Durch das Wasser der Heilung tief aus dem Schoß von Mutter Erde, durch das Erzählen und Erinnern wird unter dem Schutz der weisen alten Hebammen die Kraft der Frauen neu geboren in dieser Nacht. Im Feuer verwandeln wir alte Ängste und blockierende Hindernisse in Lebendigkeit, Verbundenheit und Liebe.
Quelle: Webseite von Renate Fuchs-Haberl: http://www.wildmohnfrau.at
